JugendPolitCamp

Kollektives Arbeiten - Es gibt kein richtiges Arbeiten im Kapitalismus?

Wird gegeben von Lilith und Ketie

Dokumentation

  • Schneller Austausch: Wie arbeiten wir aktuell?
  • Wie würden wir gern arbeiten?
  • Wie fühlen wir uns damit?
  • Wir sind in vielen verschiedenen Situationen: in der Schule, in der Ausbildung, im Studium (mit Nebenjob und ohne), im BuFDi, im Vollzeitjob mit guter und mit nicht so guter Bezahlung

stuhlkreis_revolte

  • Ketie: hat das Kollektiv stuhlkreis_revolte mitgegründet, Kollektiv für emanzipatorische Arbeit und Prozessbegleitung
    • loses Netzwerk aus Selbstständigen: gemeinsames Bewerben auf Aufträge (Kooperation statt Konkurrenz)
    • gemeinsames Entscheiden, wer die Aufträge übernimmt
    • Selbstbestimmung statt Fremdbestimmung
  • Kollektives Arbeiten
    • wöchentliches Arbeitstreffen
    • gemeinsame Entscheidungen treffen (Konsensentscheidungen)
    • Verbindung von Netzwerken
    • gemeinsamer Arbeitskampf (regelmäßiges Treffen zum Austausch mit anderen Kolleg'innen außerhalb des Kollektivs, Solidaritätsbekundungen, Aushandlungen von Honoraren und Arbeitsbedingungen)
    • solidarisches Wirtschaften (in den Anfängen)
      • gemeinsame Einnahmen solidarisch verteilen, jede'r legt eigenen Grundbedarf fest, gemeinsames Tragen der Strukturkosten, gemeinsame Verantwortung der Aquise von Aufträgen)
  • Möglichkeiten durch das kollektive Arbeiten
    • gemeinsames Büro
    • Unterstützung von politischen/linken/emanzipatorischen Projekten
    • soziale Absicherung (Krankenversicherung o.Ä.)
    • gemeinsam verhandeln (nicht allein vor Auftraggebenden stehen)
    • Arbeitsbedingungen für alle verbessern
    • eigene Angebote und Projekte umsetzen
    • Krankheitsvertretung (ohne Kollektiv würden Aufträge verloren gehen)

Seriöse GmbH

  • IT-Branche: Consulting und Softwarelösungen, die als Community angeboten werden
  • Problem: GmbH darf nicht allen gehören, nur einer Person (auf dem Papier sind nicht alle gleich)
  • Weiteres Problem: Hierarchien sind da, as in es gibt rechtliche Rahmen die diese definieren würden.
  • Ziel: keine Hierarchien (schlecht völlig umzusetzen)
  • gemeinsames Umsetzen von Entscheidungen (um Hierarchien möglichst abzubauen)
  • Reaktion auf prekäre Arbeitsverhältnisse: Zeit von allen Menschen sollte dasselbe wert sein, jede Person im Kollektiv verdient 25 Euro pro Stunde (solidarisches Aufteilen der Einnahmen)
  • Arbeitszeiten sind flexibel: bis zu 40 Stunden in der Woche sind möglich, müssen aber nicht geleistet werden - bei fehlender Möglichkeit zum Arbeiten wird immer noch ein Mindestgehalt vergeben
  • Größtenteils ortsunabhängiges Arbeiten
  • gemeinsames Festlegen einer halben Stunde in der Woche, wo alle arbeiten sollten (Austausch) - ansonsten völlige Freiheit der Arbeitszeitenfestlegung
  • Personen können in die GmbH schnell neu aufgenommen werden, ohne Geld mitzubringen oder doch selbstständig angestellt zu sein (Vorteil der gewählten Rechtsform)

Diskussion

  • Gemeinsamkeiten der beiden Kollektive bei allen Unterschieden: Solidarität bei der Verteilung der Einnahmen, gemeinsames Einbringen des Grundbedarfs, der zur Bezahlung aller nötig ist
  • Schwierigkeiten wie das Gefühl, das andere weniger / zu wenig arbeiten werden mit allen angesprochen und so geregelt
  • Solidarsystem führt kaum zum Herausziehen von Menschen, eher zumindest in der Solzialbranche zur Gefahr des Überarbeitens…
  • Zukunftsfähig? Definitiv! Mehr Aufgaben und Verantwortung für alle, Möglichkeiten zum Arbeiten über die eigene Abteilung hinaus, Gemeinsamkeitsgefühl führt zu Sicherheit und mehr Motivation
  • In allen Branchen möglich? Manche Branchen sind zulassungsbeschränkter, in irgendeiner Form ist es aber eigentlich immer möglich
  • Es gibt bereits viel mehr Kollektive, als die meisten Menschen wissen :)
  • Natürlich ist nicht jede Person zum Arbeiten in einem Kollektiv geeignet (Wer das Gefühl hat, Solidarität lässt xiem verlieren, ist dort schlecht aufgehoben, Eigenverantwortlichkeit ist gefragt